Beach-it Masters for disabled sind ein voller Erfolg – aus deutscher Sicht sportlich enttäuschend

27. April 2013 – Mit den ersten Beach-it Beachvolleyball Masters for disabled macht der Beachvolleyball im Behindertensport einen großen Schritt nach vorn. Vom 21.-27. April 2013 traten Beachteams aus drei verschiedenen Ländern in Antalya an. Ein reibungsloser Turnierverlauf, packende Spiele und strahlende Sieger aus Polen lassen Teilnehmer und Veranstalter zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ziel des Weltverbandes und der Nationalteams ist es, Beachvolleyball neben Sitzvolleyball als paralympische Disziplin einzuführen.

Veranstalter Gursel Yesiltas sorgte mit der neuen Beachanlage am Mittelmeer, einer exzellenten Organisation und dem spitzenmäßigen Hotel für hervorragende Rahmenbedingungen. Optimales Beachwetter bei 30°C und Sonne rundeten das Bild ab.

Neun Beachteams haben sich für das internationale Turnier qualifiziert. Sri Lanka ist kurzfristig mit drei Teams ausgefallen. Die verbleibenden sechs Teams kommen aus Kasachstan, Polen und Deutschland.

Das deutsche Team musste zwei schwere Ausfälle verkraften: Allrounder Martin Vogel konnte aus beruflichen Gründen nicht antreten und Kapitän Elmar Sommer fiel kurzfristig vor Turnierbeginn auf Grund einer Schulterverletzung aus. Der nachrückende Debütant Alexander Butz – seit 2012 im Kader der Nationalmannschaft – überzeugte mit vollem Einsatz, konnte jedoch die bitteren Niederlagen nicht verhindern. Butz, Robert Kampczyk und Torben Schiewe, der für Sommer die Führungsrolle auf dem Feld einnahm, starteten mit einem erfolgreichen Vorrundenauftakt ins Turnier. Auf die ersten drei Siege folgten jedoch zwei 0:2 – Niederlagen gegen Polen und Kasachstan. Auch im Spiel um Platz 3 konnte das neu formierte Trio die auffällig hohe Eigenfehlerquote nicht reduzieren und landete somit auf einem enttäuschenden vierten Platz.

Polen I und Kasachstan I lieferten sich ein packendes Finale. Das polnische Trio setzte sich im ersten Satz mit 21:18 durch, verlor im zweiten Satz aber komplett den Faden und gab sich mit 10:21 den kämpferischen Kasachen geschlagen. Im Tie-Break sicherten sich die Polen verdient den Turniersieg.

Alles in allem war es für den Behindertensport ein sehr erfolgreiches Turnier. Veranstalter Gursel Yesiltas und der deutsche Bundestrainer Athanasios Papageorgiou zeigten sich zuversichtlich, dass sich in 2014 weitere Teams qualifizieren. Özkan Mutlugil, Präsident des türkischen Volleyballverbands, möchte sich dafür einsetzen, dass mindestens ein türkisches Team an den Start geht. Beachvolleyball ist im türkischen Behindertensport ausbaufähig. Diese Chance möchte Mutlugil in seinem Amt nutzen.

Hintergrundinformation: Beachvolleyball wird im Behindertensport nach denselben Regeln wie Beachvolleyball im Nichtbehindertenbereich gespielt. Insbesondere auf Grund der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten mit Prothesen im Sand besteht ein Team jedoch aus drei und nicht aus zwei Spielern. Feldmaße und Netzhöhe sind identisch.

Für Deutschland traten an:

  • Torben Schiewe, angeborene Gehbehinderung, Kategorie B
  • Robert Kampczyk, angeborene Lähmung des rechten Arms, Kategorie C
  • Alexander Butz, links unterschenkelamputiert seit 2011, Kategorie B


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